20 Windräder, 20 Jahre – und 4 Wochen Krieg machen alles zunichte

Warum der Windpark Obernwohlde das Klima nicht retten kann.

Seit einigen Tagen wird u.a. auch diskutiert, welche unglaubliche CO-2 Belastung ein Krieg wie aktuell im Iran verursacht und wie dieses im Verhältnis von Bemühungen um die CO-2 Reduzierung  steht.

Bildquelle: KI Grafik erzeugt mit Chat GPT

Deutlich wird das, wenn man sie zum Beispiel mit dem Windpark Oberwohle ins Verhältnis setzt.

Es ist eines der großen Versprechen unserer Zeit:
Windkraft soll das Klima retten.

Dafür werden Landschaften verändert, Wälder gerodet, Horizonte industrialisiert.
Menschen sollen akzeptieren, dass sich ihre Umgebung grundlegend wandelt – für ein höheres Ziel.

Doch was passiert, wenn dieses Ziel in der Realität kaum Bestand hat?

Die Rechnung, die selten gestellt wird

Nehmen wir den Windpark Obernwohlde:

  • 20 Anlagen
  • derzeit etwa 3 MW pro WKA, nach Repowering etwa 6 MW pro WKA
  • Laufzeit: 20 Jahre

Die Bilanz klingt beeindruckend:

  • ohne Repowering: ~2 bis 3 Millionen Tonnen CO₂ Einsparung
  • mit Repowering: ~4 bis 6 Millionen Tonnen CO₂ Einsparung

Zahlen, mit denen Projekte gerechtfertigt werden.

Und dann kommt die Realität

Ein moderner Krieg – wie aktuell im Iran-Konflikt – verursacht:

  • 350.000 bis 400.000 Tonnen CO₂ pro Tag

In nur vier Wochen:

11 bis 12 Millionen Tonnen CO₂

Was heißt das konkret?

Ganz einfach:

Vier Wochen Krieg zerstören die Klimabilanz eines ganzen Windparks – ein bis zweimal vollständig.

Oder anders gesagt:

  • 20 Jahre Landschaftseingriff
  • 20 Jahre Belastung der Menschen und Tierwelt
  • 20 Jahre zusätzliche Vergiftung der Böden durch Ewigkeitschemikalien wie PFAS, die durch Abrieb frei werden
  • 20 Jahre Veränderung von Natur und Lebensumfeld

werden innerhalb weniger Wochen globaler Ereignisse übertroffen.

Die unbequeme Frage

Warum also dieser massive Eingriff vor Ort?

Warum:

  • sollen gewachsene Kulturlandschaften verschwinden
  • sollen Menschen ihre Umgebung fundamental verändert sehen
  • sollen Naturflächen technisch überprägt werden

wenn der behauptete Nutzen so fragil ist?

Der blinde Fleck der Debatte

Die Windkraftdebatte blendet etwas systematisch aus:

  • Klimaschutz wird lokal organisiert
  • aber global entschieden

Das bedeutet:

Die Auswirkung vor Ort ist sicher – der Nutzen nicht

Ein Krieg.
Eine geopolitische Krise.
Ein brennendes Ölfeld.

Und die mühsam eingesparten Emissionen sind in kürzester Zeit überholt.

Die eigentliche Dimension

Während hierzulande über einzelne Windräder gestritten wird:

  • werden anderswo ganze Landschaften zerstört
  • werden Ökosysteme verbrannt
  • werden Lebensräume unbewohnbar

Und zwar nicht über Jahrzehnte, sondern in Tagen.

Fazit

Die Frage ist nicht, ob Windkraft CO₂ einspart.
Das tut sie.

Die Frage ist:

Ob der Preis vor Ort in einem realistischen Verhältnis zur tatsächlichen globalen Wirkung steht.

Denn wenn:

  • Wochen eines Krieges Jahre an Einsparungen aufheben
  • und lokale Eingriffe dauerhaft sind

dann wird aus einem Klimaschutzprojekt schnell eine grundlegende Zielkonfliktfrage.

Wie die obenstehende Frage richtig zu beantworten ist, bleibt jedem selbst überlassen.

Grundlage der Zahlen
  • Emissionsfaktoren: Intergovernmental Panel on Climate Change
  • Windkraftdaten: National Renewable Energy Laboratory
  • Kriegsemissionen: Live Science, The Guardian