Studie über die gesundheitliche Wirkung von WKA- Infraschall erhöht Risoko von Herzschäden

Aktuell 26.05.2026

Infraschall von Windrädern macht krank: Neue Mainzer Studie belegt massiv erhöhtes Risiko für Herzschäden  

Quelle: Institut für Infraschallforschung

 

Beitrag aus 2017

Leider liegt bisher immer noch keine umfassende Studie über die Wirkung von Infraschall vor. Seitens des Umweltbundesamtes wurde 2014 bereits eine „Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall – Entwicklung von Untersuchungsdesigns für die Ermittlung der Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen durch unterschiedliche Quellen“ veröffentlicht.

Die in der Studie geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen des Herausgebers übereinstimmen. Trotzdem einige Auszüge:

„Die mögliche enge kausale Bindung von akustischer Wahrnehmbarkeit (Hörschwelle) und Belästigungserleben muss dahin gehend überdacht werden, dass es Personen mit abgesenkter Hörschwelle gibt. Gerade bei tiefen Frequenzen ist die Dynamik zwischen gerade wahrnehmbaren Geräuschen und der Schmerzschwelle im Vergleich zu den mittleren Frequenzen des Hörbereichs geringer. Es ist deshalb zu vermuten, dass bei Personen mit abgesenkter Hörschwelle bereits Belästigungen auftreten können, obwohl die mittlere Hörkurve noch nicht überschritten wird. Dabei ist derzeit noch weitgehend ungeklärt, welche extraauralen Wirkmechanismen zusätzlich zu einer Lästigkeit führen können….

…Betrachtet man einige exemplarische Untersuchungsergebnisse, wird deutlich, dass Infraschall ab gewissen Pegelhöhen vielfältige negative Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben kann. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass viele der negativen Auswirkungen von Infraschalleinwirkungen die Bereiche Herz-Kreislaufsystem, Konzentration und Reaktionszeit, Gleichgewichtsorgane, das Nervensystem und die auditiven Sinnesorgane betreffen. Probanden klagten häufig über Schwindel- und Unbehaglichkeitsempfindungen bei Infraschallexposition.
Ein Vergleich der Untersuchungsergebnisse hat gezeigt, dass negative Auswirkungen von Infraschall im Frequenzbereich unter 10 Hz auch bei Schalldruckpegeln unterhalb der Hörschwelle nicht ausgeschlossen sind. Die ersten negativen Auswirkungen wurden bereits bei Schalldruckpegeln von ca. 75 dB festgestellt, wobei die Effekte auch aus Schallanteilen über der Hörschwelle (> 20 Hz) resultieren können. Für eine negative Auswirkung von Infraschall unterhalb der Wahrnehmungsschwelle konnten bislang keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse gefunden werden, auch wenn zahlreiche Forschungsbeiträge entsprechende Hypothesen postulieren…

…Vielfach wird unterstellt oder beruht sogar auf eigenen Erfahrungen, dass man sich scheinbar an gewisse Dinge auf Dauer gewöhnen kann, so auch an Lärm, wenn er zum Beispiel nicht zu laut ist (Habituation). Im Allgemeinen tritt jedoch ein Gewöhnungseffekt nur scheinbar auf und ist oft das Resultat einer Verdrängungsstrategie. Eine solche Strategie scheint aber bei tiefen Frequenzen nur schwer möglich zu sein, denn mit steigender Dauer der Exposition nimmt die Empfindlichkeit zu (Sensibilisierung). Das wirft die Fragen auf: Gibt es dazu ein physiologisches Korrelat, das diesen Vorgang verstehen lässt? Gibt es eine Möglichkeit, diese Sensibilisierung auszuhalten oder sogar wieder rückgängig zu machen?
Wird der Vorgang der Sensibilisierung verstanden, ist vielleicht auch erklärbar, warum nur ein gewisser Anteil der Bevölkerung sehr empfindlich reagiert? In sämtlichen Untersuchungen fehlt eine Erklärung, wodurch sich diese besonders belästigende Wirkung ergibt. Besteht ein direkter Einfluss auf mentale Prozesse? Von der Beantwortung dieser Frage hängt im Wesentlichen ab, welche Qualität ein Schutz gegen tieffrequenten Schall und Infraschall haben muss….

…Eine im Zusammenhang mit Infraschall häufig untersuchte Geräuschquelle sind Windenergieanlagen. Die Veröffentlichungen zeigen, dass die Erfassung von Abstrahlung und Ausbreitung der Geräusche von Windenergieanlagen mit Unsicherheiten behaftet sind, die eine fundierte Geräuschprognose erschweren. Mit wachsender Höhe der Windenergieanlagen durchschneiden die Rotorblätter ein stärker variierendes Windprofil. Es ist daher fraglich, ob das Abstrahlungs- und Ausbreitungsmodell für kleinere Windenergieanlagen auf moderne, große Anlagen übertragbar ist. Aufgrund theoretischer Betrachtungen von Strömungsakustikern ist nicht davon auszugehen. Ein erweitertes Wissen über die genannten Vorgänge wäre aber nicht nur eine notwendige Voraussetzung für eine bessere Immissionsprognose. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten auch Hinweise für eine bessere Lärmminderung von Windenergieanlagen liefern…

…Bisher erfolgt die Ermittlung und Beurteilung von Infraschall und tieffrequenten Geräuschen in der Verwaltungspraxis ausschließlich nach TA Lärm und DIN 45680. Die darin stark an der Bewertung von Geräuschen im – eindeutig als Hörbereich zuortenbaren – Frequenzbereich angelehnte Vorgehensweise sollte derart ergänzt werden, dass die Besonderheiten bei der Wahrnehmung und die Wirkungen von Infraschall umfassend und adäquat berücksichtigt werden. Dabei sollte jedoch nicht ausschließlich auf die Hörwahrnehmung Rücksicht genommen werden, auch der Frequenzbereich unter 8 Hz sollte im ganzheitlichen Immissionsschutz berücksichtigt werden…

…Da tieffrequente Schalle besonders innerhalb von Aufenthaltsräumen zu Belästigungen führen, ist ein ausreichender Schutz im Innenraum anzustreben. Somit ist sowohl bei der Prognose als auch bei der Messung die bau- bzw. raumakustische Situation zu berücksichtigen….

…Eine weitere offene Frage ist, weshalb die Betroffenen in der Regel stark mental beeinträchtigt sind. Ähnliche Beobachtungen sind bei anderen Lärmeinwirkungen bislang nicht zu machen. Ob ein direkter Einfluss auf Hirnfunktionen besteht und dieser deshalb besteht, weil die Hirnaktivitäten den gleichen Frequenzbereich belegen, bleibt zunächst eine noch nicht belegte Machbarkeitsstudie zur Wirkung von Infraschall Hypothese. Die Vorstellung, dass dies so sein könnte, verstärkt die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen in dieser Richtung….

…Eine detaillierte Analyse der verfügbaren Literatur zeigt, dass weitgehend auf den tieffrequenten Bereich konzentrierter Schall schon bei niedrigen Pegeln das mentale Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen kann. Mit zunehmender Verschiebung zu tiefen Frequenzen bis in den Infraschallbereich verstärkt sich dieser Effekt. Das ist das Ergebnis verschiedener Untersuchungen im Feld und im Labor…

…Vergleicht man die Untersuchungsergebnisse, wird deutlich, dass negative Auswirkungen von Infraschall im Frequenzbereich unter 10 Hz auch bei Schalldruckpegeln unterhalb der Hörschwelle nicht ausgeschlossen sind…“

 

 

Batteriespeicher bei Pohnsdorf (Hansdiek): frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und Träger öffentlicher Belange

In der Sitzung des Ausschuss für Umwelt, Bauen, Planung und öffentliche Sicherheit am 01.06.2026 wird entschieden werden über

a) 34. Änderung des Flächennutzungsplanes für das Gebiet auf der Fläche „Hansdiek“ (Flurstück Nr. 181/5), nordwestlich des Wirtschaftsweges, westlich der Landesstraße 184 und östlich der Kreisstraße 52 in der Gemarkung Pohnsdorf
– Erweiterung des Geltungsbereiches sowie frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden –

b) 8. Bebauungsplan Nr. 95 für das Gebiet auf der Fläche „Hansdiek“ (Flurstück Nr.
181/5), nordwestlich des Wirtschaftsweges, westlich der Landesstraße 184 und östlich
der Kreisstraße 52 in der Gemarkung Pohnsdorf
– Erweiterung des Geltungsbereiches sowie frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden –

Die Vorentwürfe sind fertiggestellt, umfangreiche Gutachten liegen vor und können im Ratsinformationssystem der Gemeinde heruntergeladen werden.

350 MW Batteriespeicher statt 250 MW Batteriespeicher in Pohnsdorf

Lässt sich die Verwaltung und der Gemeinderat der Gemeinde Stockelsdorf vom Projektierer und Betreiber des geplanten Batteriespeichers vorführen?

Bildquelle: Einladung der Gemeinde zur Informationsveranstaltung

Am 06.05.2026 fand eine Informationsveranstaltung zum geplanten Batteriespeicherprojekt am Umspannwerk Lübeck West (Bebauungsplan 95) für die Bürger der Gemeinde Stockelsdorf im Sitzungssaal des Rathauses statt.

Die LN hat am 12.05.2026 dazu berichtet. Link

Hierzu hat die Gemeinde Stockelsdorf sowie die Isenau Projects Group Services Limited / Aquila Clean Energy eingeladen.

Im Rahmen der Vorstellung des Projektes stellte ein Vertreter der Isenau die Eckdaten des Projektes vor.

Bau einer 350 MW Batteriespeicheranlage, Inbetriebnahme in 2028, mögliche Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde 3,3 Mio. € p.a.

Noch vor einem Jahr, im Mai 2025, wurde der gleiche Betrag an Gewerbesteuereinnahmen also 3,3 Mio. p.a. für den Bau einer wesentlich kleineren 250 MW Anlage versprochen.

Üblicherweise betragen die Erträge eines Batteriespeichers dieser Größenordnung aktuell über 100.000 € p.a. pro installierten MW. Wir reden also von über 10 Mio. € Mehrertrag des Betreibers, ohne dass auch nur ein Cent mehr Gewerbesteuer in Aussicht gestellt wird

Welche Gründe kann es möglicherweise geben, dass eine 40%-ige Erhöhung der Kapazität der Anlage keine Auswirkungen auf die potentiellen Gewerbesteuereinnahmen hat. Mir fallen erst einmal drei Gründe ein:

  1. Zum Zeitpunkt Mai 2025 wurden die Erfolgsaussichten durch den Projektierer wesentlich positiver dargestellt, um sich im Vergleich zu den anderen vorgestellten Projekten als vorteilhaftestes Angebot vorzustellen.
  2. Der Betreiber wird sein Geschäftsmodell so verändern, dass sich die Mehrgewinne nicht in der Gewerbesteuer auswirken.
  3. Die Gewinnprognosen haben sich in den letzten 12 Monaten so verschlechtert, dass 40% mehr Leistung nötig sind, um die Gewerbesteuerprognose einzuhalten. Das lässt dann Zweifel aufkommen, ob diese Prognosen überhaupt haltbar sind.

Oder kann es noch andere Gründe geben?

Erwähnt werden muss noch, dass auch die Beschlussvorlage für den vom Gemeinderat am 13.10.2025 gefassten Aufstellungsbeschlusses in der Anlage zum Beschluss auf die Planung einer 250 MW Anlage verweist und somit die aktuelle Planung meiner Meinung nach wesentlich von den Grundlagen des Beschlusses abweicht.