350 MW Batteriespeicher statt 250 MW Batteriespeicher in Pohnsdorf

Lässt sich die Verwaltung und der Gemeinderat der Gemeinde Stockelsdorf vom Projektierer und Betreiber des geplanten Batteriespeichers vorführen?

Bildquelle: Einladung der Gemeinde zur Informationsveranstaltung

Am 06.05.2026 fand eine Informationsveranstaltung zum geplanten Batteriespeicherprojekt am Umspannwerk Lübeck West (Bebauungsplan 95) für die Bürger der Gemeinde Stockelsdorf im Sitzungssaal des Rathauses statt.

Die LN hat am 12.05.2026 dazu berichtet. Link

Hierzu hat die Gemeinde Stockelsdorf sowie die Isenau Projects Group Services Limited / Aquila Clean Energy eingeladen.

Im Rahmen der Vorstellung des Projektes stellte ein Vertreter der Isenau die Eckdaten des Projektes vor.

Bau einer 350 MW Batteriespeicheranlage, Inbetriebnahme in 2028, mögliche Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde 3,3 Mio. € p.a.

Noch vor einem Jahr, im Mai 2025, wurde der gleiche Betrag an Gewerbesteuereinnahmen also 3,3 Mio. p.a. für den Bau einer wesentlich kleineren 250 MW Anlage versprochen.

Üblicherweise betragen die Erträge eines Batteriespeichers dieser Größenordnung aktuell über 100.000 € p.a. pro installierten MW. Wir reden also von über 10 Mio. € Mehrertrag des Betreibers, ohne dass auch nur ein Cent mehr Gewerbesteuer in Aussicht gestellt wird

Welche Gründe kann es möglicherweise geben, dass eine 40%-ige Erhöhung der Kapazität der Anlage keine Auswirkungen auf die potentiellen Gewerbesteuereinnahmen hat. Mir fallen erst einmal drei Gründe ein:

  1. Zum Zeitpunkt Mai 2025 wurden die Erfolgsaussichten durch den Projektierer wesentlich positiver dargestellt, um sich im Vergleich zu den anderen vorgestellten Projekten als vorteilhaftestes Angebot vorzustellen.
  2. Der Betreiber wird sein Geschäftsmodell so verändern, dass sich die Mehrgewinne nicht in der Gewerbesteuer auswirken.
  3. Die Gewinnprognosen haben sich in den letzten 12 Monaten so verschlechtert, dass 40% mehr Leistung nötig sind, um die Gewerbesteuerprognose einzuhalten. Das lässt dann Zweifel aufkommen, ob diese Prognosen überhaupt haltbar sind.

Oder kann es noch andere Gründe geben?

Erwähnt werden muss noch, dass auch die Beschlussvorlage für den vom Gemeinderat am 13.10.2025 gefassten Aufstellungsbeschlusses in der Anlage zum Beschluss auf die Planung einer 250 MW Anlage verweist und somit die aktuelle Planung meiner Meinung nach wesentlich von den Grundlagen des Beschlusses abweicht.

 

 

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